Was das Regelwerk sagt und wo es aufhört
Roundnet wird 2 gegen 2 gespielt. Die Regeln beschreiben vier Spieler auf vier Positionen rund um das Set, jeweils 90 Grad versetzt, die Partner nebeneinander, und sie beschreiben nie etwas anderes. Bei offiziellen Turnieren spielt jede Division zwei gegen zwei.
Die ehrliche Antwort auf „Wie viele Leute brauche ich?“ lautet also: vier, wenn du das eigentliche Spiel spielen willst. Und die genauso ehrliche Antwort ist, dass am ersten Abend mit einem Netz fast nie genau vier Leute im Garten stehen.
Alles, was jetzt kommt, machen Spieler in der Praxis so. Nichts davon steht im Regelwerk, und nichts davon muss dort stehen.
Zu zweit
Ihr könnt endlos hin und her spielen, und das ist das Beste, was zwei Leute mit einem Netz machen können. Einer schlägt den Ball aufs Netz, der andere spielt ihn zurück, und ihr haltet ihn im Spiel. Kein Spielstand, keine Seiten, nur Ballberührungen.
Wer ein Spiel will, spielt eins gegen eins, mit zwei Berührungen pro Spieler statt drei. Das geht schnell, ist harte Arbeit und zeigt dir innerhalb von zehn Minuten, welcher Teil deiner Technik unter Druck auseinanderfällt.
So trainieren auch die meisten ernsthaften Spieler. Wer wirklich besser werden will, hat von zwei Leuten an einem Netz mehr als von vier, weil jeder den Ball dreimal so oft berührt.
Zu dritt
Drei ist die unpraktische Zahl, und dafür gibt es zwei brauchbare Lösungen.
Zwei gegen einen. Der Einzelspieler hat drei Berührungen, das Paar hat drei Berührungen, und das Paar muss sich abwechseln: Keiner darf zweimal hintereinander schlagen. Ist das Niveau ungleich, gib dem Einzelspieler eine Vorgabe: Ihm reichen zum Beispiel 11 Punkte, während das Paar bis 15 spielt.
Reihum wechseln. Spielt 1 gegen 1, der Dritte schlägt bei jedem Punkt auf, und nach jedem Punkt wird gewechselt. Alle bleiben beschäftigt, keiner steht herum, und das Aufschlagtraining ist mehr wert als das Spiel.
Zu fünft, zu sechst oder auf einer Party
Gewinner bleibt drin. Zwei Teams spielen ein kurzes Spiel bis 7 oder 11, und das Verliererpaar macht Platz für das Paar, das wartet. An einem guten Abend wartest du nie länger als fünf Minuten, und jeder spielt mal gegen jeden.
Dieses Format ist auch der Grund, warum sich der Sport auf Grillabenden verbreitet. Es verträgt so viele Leute, wie gerade da sind, und niemandem muss man sagen, dass er nicht mitspielt.
Wenn Kinder dabei sind, funktionieren gemischte Paare besser als Erwachsene gegen Kinder. Ein Erwachsener und ein Kind in jedem Team halten die Ballwechsel am Leben, und genau darum geht es in dem Alter. Mehr dazu unter Kindern das Spiel beibringen.
Was sich dadurch nicht ändert
Das Set ist dasselbe, die Netzspannung ist dieselbe, der Ball ist derselbe. Eine kleinere oder größere Gruppe braucht keine andere Ausrüstung, und deshalb reicht ein Set für eine Familie, eine Party und ein Training.
Wenn du irgendwann bei einem Turnier mitspielen willst, brauchst du einen Partner und spielst 2 gegen 2. Nur dort ist die Zahl festgelegt.