Steck die Rahmensegmente zu einem Kreis zusammen, setz an jede Verbindung ein Bein, dreh das Ganze um, hak das Netz über Kreuz an vier Punkten ein und spann es dann gleichmäßig. Das dauert insgesamt zwei Minuten. Nur bei der Spannung macht man leicht etwas falsch, und genau sie entscheidet, ob das Spiel Spaß macht.
Jedes Set auf dem Markt ist gleich aufgebaut, egal von welchem Hersteller. Ein Rahmen, der sich in gebogene Segmente zerlegen lässt, ein Bein für jede Verbindung in diesem Rahmen und ein Netz, das rundherum am Rahmen eingehakt wird. Dazu ein Ball, meistens zwei. Mehr ist es nicht. Leg alles aus und zähl nach.
„Da war nur ein Beutel mit Teilen drin. Fehlt dann etwas, Jakub?“ Wahrscheinlich nicht. Leg alles auf den Rasen und zähl: Segmente, gleich viele Beine, ein Netz. Wenn diese drei stimmen, ist dein Set vollständig. Pumpe und Ersatzbälle hängen vom Hersteller und von der Preisklasse ab, und eine fehlende Pumpe ist ärgerlich, aber kein Problem, denn jede Ballpumpe mit Ventilnadel tut es.
Ein regelkonformes Set misst oben 91,4 cm im Durchmesser, das sind 36 Zoll, und ist 20,3 cm hoch. Ungefähr knöchelhoch, ungefähr einen Meter breit. Ist deins deutlich kleiner, hast du eine Reise- oder Kinderversion. Zum Lernen ist die in Ordnung, sie fühlt sich aber anders an als die Sets auf Turnieren.
Schritt für Schritt
Rahmen am Boden zusammenstecken. Steck die Segmente zu einem geschlossenen Kreis zusammen. Sie passen nur in einer Richtung, und eine Verbindung, die richtig Kraft braucht, ist falsch angesetzt, nicht schwergängig. Zieh das Segment ein Stück zurück und dreh es.
Ein Bein pro Verbindung einsetzen. Drück jedes Bein ganz hinein, bis es fest sitzt. Diesen Schritt machen die meisten zu hastig, und genau deshalb fällt das Set drei Ballwechsel später auseinander.
Rahmen umdrehen. Jetzt steht er auf seinen Beinen, die glatte Seite oben.
Netz über Kreuz einhaken. Erst Norden, Süden, Osten, Westen, dann die Lücken dazwischen. Wer der Reihe nach im Kreis herum einhakt, zieht das Netz zu einer Seite, und am Ende ist es auf der einen Hälfte straff und auf der anderen locker.
Spannen, dann testen. Straff und rundherum gleichmäßig. Dann einen Ball aus 1,5 m fallen lassen und zusehen, wie er zurückkommt.
Der ganze Aufbau als Video, vom Auspacken bis zur richtigen Spannung (How to Roundnet, auf Englisch, 2:48). Zum Abspielen klicken, das Video wird dann von YouTube geladen.
Fertig. Du kannst sofort spielen. Wenn du vor deinem ersten Ballwechsel das Spiel selbst erklärt haben willst, lies die Seite „Was ist Roundnet?“.
Was fast alle falsch machen
Die Spannung. Und die ist keine Geschmackssache, sie ist schriftlich festgelegt.
Laut IRF-Regelwerk soll die Spannung überall gleich sein, und festgelegt wird sie über einen Falltest: Ein Ball, den man aus 1,5 m über dem Boden loslässt, soll 50 cm vom Netz zurückspringen, gemessen an der Unterkante des Balls. Zwei Leute: Einer lässt den Ball fallen, der andere hockt sich auf Augenhöhe und schaut zu. Zehn Sekunden, und du weißt Bescheid.
Trommelfell, nicht Hängematte. Ein lockeres Netz schluckt den Ball, würgt jeden Ballwechsel bei der zweiten Berührung ab und bringt Anfängern bei, dass sie schlecht in einem Spiel sind, das sie nur falsch aufgebaut haben. Ein überspanntes Netz macht das Gegenteil: Der Ball schießt in Winkeln weg, die niemand lesen kann, und Rahmen und Netz nutzen sich schneller ab.
Noch etwas, das nichts kostet: Prüf die Spannung nach zwanzig Minuten Spiel noch einmal. Netze geben nach, vor allem neue und vor allem bei Hitze.
Warum springen die Beine immer wieder raus?
Zwei Ursachen. Eine dritte habe ich noch nie gesehen. Entweder wurde ein Bein nie ganz hineingedrückt, oder das Netz ist ungleichmäßig gespannt und zieht den Kreis aus der Form. Ungleiche Spannung macht aus einem Kreis ein leichtes Oval, und ein ovaler Rahmen hat eine schwache Verbindung, die als erste nachgibt.
Die Lösung ist in beiden Fällen dieselbe: Spannung raus, jedes Bein neu einsetzen, Netz wieder über Kreuz einhaken, gleichmäßig spannen. Neunzig Sekunden Arbeit, und der Nachmittag ist gerettet.
Im Sand gibt es ein drittes Symptom, das nach kaputtem Set aussieht, aber keins ist: Die Beine sinken ein, der Rahmen sitzt auf einer Seite tiefer, und plötzlich verhält sich der Ball seltsam. Da gibt der Boden nach, nicht das Set. Tritt den Sand fest oder geh einen Meter weiter und fang neu an.
Abbauen, ohne es zu ruinieren
Zuerst die Spannung lösen. Immer. Ein Netz, das unter Spannung gelagert wird, leiert aus, und ein ausgeleiertes Netz erholt sich nie wieder. Das ist der häufigste Grund, warum ein Set kaputtgeht, und es passiert so langsam, dass niemand die Ursache bemerkt.
Danach: Netz aushaken, Beine herausziehen, Rahmen in Segmente zerlegen, ab in die Tasche. Sand und Schmutz in den Verbindungen machen einen Rahmen im Lauf einer Saison schwergängig. Kurz ausschütteln, bevor alles in die Tasche kommt, ist deshalb mehr wert als jede Reinigung später.
Häufige Fragen
Bau es auf, lass einen Ball darauf fallen und schau, wie er zurückkommt. Wirkt der Rücksprung tot, hast du gerade den Grund gefunden, warum dein letztes Spiel so frustrierend war. An dir lag es nie.
Kurz beantwortet
Wie straff sollte ein Spikeball-Netz gespannt sein?+
So straff, dass ein Ball, den du aus 1,5 m fallen lässt, etwa 50 cm zurückspringt, gemessen an der Unterkante des Balls. Das ist der Spannungstest aus dem Regelwerk der International Roundnet Federation, und die Spannung sollte sich überall auf dem Netz gleich anfühlen, nicht auf einer Seite straff und auf der anderen schlaff. Ist es lockerer, versackt der Ball im Netz, und die Ballwechsel werden kurz und frustrierend. Ist es deutlich straffer, fliegt der Ball unberechenbar weg, und der Rahmen leidet.
Wie lange braucht man, um ein Spikeball-Set aufzubauen?+
Beim ersten Mal zwei bis drei Minuten, nach ein paar Durchgängen unter einer Minute. Rahmen und Beine gehen schnell. Zeit lassen solltest du dir beim Spannen, damit das Netz überall gleich straff wird.
Warum springen die Beine aus meinem Spikeball-Set immer wieder raus?+
Fast immer, weil sie nie ganz in den Rahmen gedrückt wurden, oder weil das Netz auf einer Seite straffer ist als auf der anderen und den Rahmen aus der Form zieht. Drück jedes Bein hinein, bis es fest sitzt, und spann das Netz über Kreuz, statt der Reihe nach im Kreis herumzugehen.
Welche Seite des Netzes gehört nach oben?+
Die Seite mit den Befestigungsteilen zeigt nach unten, sodass die Spielfläche oben glatt ist. Hat dein Set ein Logo oder einen Aufdruck, ist beides so gedruckt, dass man es von oben liest.
Wie groß ist ein regelkonformes Spikeball-Set?+
Das IRF-Regelwerk schreibt oben einen Innendurchmesser von 91,4 cm vor, das sind 36 Zoll, und eine Höhe von 20,3 cm, das sind 8 Zoll. Also ungefähr einen Meter breit und ungefähr knöchelhoch.
Kann das Netz beim Einpacken gespannt bleiben?+
Lös die Spannung, bevor du das Set abbaust. Ein Netz, das dauerhaft unter Spannung gelagert wird, leiert mit der Zeit aus, und ein ausgeleiertes Netz bekommt seine Sprungkraft nie zurück. Lockern, aushaken, dann den Rahmen zerlegen.
Brauche ich einen besonderen Untergrund für das Netz?+
Nein. Rasen, Sand, Hallenboden und festgetretene Erde funktionieren alle. Wichtiger ist der Platz rund um das Set: Das volle Feld ist laut Regeln ein Kreis mit 8,5 m Radius, für ein Spiel im Garten brauchst du aber längst nicht so viel.